Freizeitparks im Test

Ein Freizeitpark in Kanada, sorgt für eine Aktion für Aufsehen, die die Welt wohl noch nicht gesehen hat. Nachdem der Freizeitpark 2024 schloss, müssen nun nach langer Planung 30 Wale und 4 Delfine ein neues Zuhause finden.

Vom Zoo zu einem Freizeitpark
1961 als kleiner Zoo eröffnet unter dem Namen „Niagara Game Farm“, musste der „Park“ ohne die heutigen Attraktion auskommen. Erst 1980 gab es die erste Hauptattraktion mit einer Orca Show, mit der Orca Show wurde der Zoo in „Niagara Marineland“ umbenannt und die erste Achterbahn erhielt Einzug und der Zoo wurde zu einem Freizeitpark. Zwischenzeitlich beherbergte der Freizeitpark über 4.000 Land- und Meerestiere, erst mit dem Bewusstsein der Menschen für das Tierwohl, ging es mit dem Freizeitpark Bergab.

Der Absturz
2021 stellte die Tierschutzbehörde fest, das die Wasserqualität in den Becken der Meerestiere so schlecht war, dass es die Delfine und Wale „gefährdete“, dazu kam das von 2019 bis 2023 ein Delfin und 14 Wale verendeten. Es folgten immer wieder Proteste und auch Anzeigen von Tierschützern und dadurch blieben die Besucher aus und es kam zur finanziellen Schieflage und am 1. September 2024 zur Schließung.

2 Jahre der Planung
Nach der Schließung blieben die Tiere zunächst im Park, weil die Umsiedlung sehr kompliziert war, geeignete Aquarien zu finden. Dazu musste man für jedes Tier Genehmigungen, tierärztliche Checks und detaillierte Transportpläne einholen. Es meldeten sich Interessenten, unter anderem aus China. Die kanadische Regierung lehnte das Angebot von China aber, weil die Regierung davon ausging, das die Belugas im chinesischen Chimelong Ocean Kingdom wohl weiter für Unterhaltungszwecke eingesetzt und möglicherweise zur Zucht genutzt worden wäre. Die Wahl für alle Meeressäuger fiel auf die USA und Spanien, da diese als besser geeignet für den Schutz der Tiere angesehen wurden.

Nach zwei Jahren langer Planung, bei denen Tierärzten, Tierpflegern, Spezialisten, Aquarien und Institutionen in Kanada eng zusammengearbeitet haben, liefen die Transporte in mehreren Etappen ab Juli 2026 ab. Die Flugzeit nach Spanien betrug sieben Stunden, ein Tierpfleger in Spanien sagte in einem Interview:

„Die Tiere sind in einem recht guten Zustand angekommen, da eine so lange Reise jedoch ein gewisses Maß an Unruhe und Stress verursacht, schließlich liegen die Tiere nur halb unter Wasser und können sich nicht normal bewegen, werden diese die nächsten Tage und Stunden unter besonderer Beobachtung stehen.“

Ein Wal stirbt bei Überführung
Im Zuge der großgelegten Rettungs- und Überführungsaktion von Belugawalen aus dem kanadischen Marineland ist ein bereits umgesiedelter Belugawal erkrankt und gestorben. Der Tod des Tieres wird weiterhin untersucht. Ob er direkt auf den anstrengenden Transport zurückzuführen ist, ist noch nicht vollständig geklärt.

Freizeitpark erpresst den kanadischen Staat
Am 21. April wies die Fischereiministerin Joanne Thompson die geforderten Finanzhilfen als unangemessen ab. Die Regierung weigerte sich, Millionenbeträge zur Verfügung zu stellen, solange der Park keine transparenten Einblicke in seine Finanzen gewährt.
Anstatt auf die finanzielle Erpressung einzugehen, wurde bis Mitte 2026 eine alternative Lösung gefunden. Ein Zusammenschluss vor allem US-amerikanischer Aquarien und Rettungsorganisationen organisierte den Abtransport der verbliebenen Wale und Delfine, wodurch die Schließung des Kapitels eingeleitet wurde.

Meeressäuger Shows in der Kritik
Delfine, Orcas (Schwertwalen) oder „Tiershows“ an sich, stehen seit Jahren weltweit in der Kritik. Was früher als reines Familienerlebnis galt, wird heute von Wissenschaftlern, Tierschützern und weiten Teilen der Öffentlichkeit als unethisch und tierquälerisch eingestuft und das zurecht. Jeder Mensch, der so eine Show besucht, fördert Tierquälerei und das Geschäft des Tierhandels.

(KI Bild – Beispielbild)
Quellen: CBC + CN Coster Nachrichten