Freizeitparks im Test

Im Freizeitpark Efteling vorgestellt: SafeStrap ist ab sofort weltweit für Prothesenträger und Freizeitparks verfügbar

Mit einer Beinprothese Achterbahn fahren, ohne sie vorher abnehmen zu müssen: Das ist ab sofort dank des SafeStrap möglich. Der Sicherungsgurt für Beinprothesen wurde gemeinsam von Efteling, der TU Delft sowie De Hoogstraat Revalidatie en Orthopedietechniek entwickelt und heute offiziell vorgestellt. Bei der Präsentation im Freizeitpark Efteling fuhren mehrere Prothesenträger mit ihrer Prothese und dem SafeStrap mit der Achterbahn Baron 1898. Ein besonderer Moment, der zeigt, worum es geht: auch mit einer Beinprothese selbstverständlich mitmachen und einen unbeschwerten Tag im Freizeitpark genießen zu können.

Prothesenträgerin und Moderatorin Sophie-Anne Onland sprach mit den Menschen hinter dem SafeStrap über die Entstehung des Sicherungsgurts und darüber, was diese Entwicklung für Prothesenträger bedeutet. „Ich bin heute hier, weil ich Initiativen wie den SafeStrap sehr begrüße“, erklärt sie. „Diese Innovation zeigt, was möglich ist, wenn Prothesennutzer von Anfang an in die Entwicklung einer Lösung einbezogen werden.“

Sicherungsgurt beendet das Dilemma für Prothesenträger
Für Menschen mit einer Beinprothese war eine Fahrt in einer Achterbahn, bei der die Beine frei herabhängen, oft mit einer schwierigen Entscheidung verbunden: die Prothese vorher abnehmen oder auf die Attraktion verzichten. Wenn Prothesenträger ihre Prothese während der Fahrt tragen, besteht das Risiko, dass sie sich löst. Dies kann die Sicherheit der Menschen mit Prothesen und anderer Gäste beeinträchtigen, was selbstverständlich zu vermeiden ist.

Auch Veerle stand vor diesem Problem. Als großer Achterbahnfan wollte sie mit ihrer Beinprothese die Achterbahn Baron 1898 erleben. Ihr Wunsch setzte etwas in Bewegung: Ihre Rehabilitationsärztin Iris van Wijk von De Hoogstraat Revalidatie suchte gemeinsam mit dem Patientenverband KorterMaarKrachtig das Gespräch mit Efteling und der TU Delft. Im Rahmen ihres Abschlussprojekts an der TU Delft entwickelte India Hoekman daraufhin eine sichere und innovative Lösung: den SafeStrap. „Von Anfang an haben wir gemeinsam mit Prothesenträgern, Fachkräften im Gesundheitswesen und mit Efteling an einer Lösung gearbeitet, die sowohl für die Nutzer als auch für die Freizeitparks sicher und praktisch ist. Dass das Produkt, das ich im Rahmen meiner Abschlussarbeit entworfen habe, nun tatsächlich zum Einsatz kommt, finde ich ganz besonders“, so India Hoekman. „Bei der Entwicklung des SafeStrap war es wichtig, dass die Lösung nicht nur für Prothesenträger sicher ist, sondern auch von Freizeitparks praktisch eingesetzt werden kann. Dass der SafeStrap nun tatsächlich in der Praxis genutzt werden kann, finde ich etwas ganz Besonderes“, so India Hoekman.

Der Sicherungsgurt hält die Beinprothese während der Fahrt sicher an ihrem Platz. Nach verschiedenen Entwicklungs- und Testphasen, Praxistests im Freizeitpark Efteling und einem Prüfverfahren ist der SafeStrap nun einsatzbereit. Veerle ist froh: „Jetzt kann ich endlich ganz unkompliziert mit meinen Freundinnen mit Baron 1898 fahren.“

Ab sofort weltweit verfügbar
Mit der heutigen Vorstellung in Efteling ist der SafeStrap weltweit für Freizeitparks und Prothesenträger verfügbar. Parks, die den SafeStrap einsetzen möchten, müssen die Nutzung für jede einzelne Attraktion in Zusammenarbeit mit ihrer eigenen Prüfstelle genehmigen lassen. Ab dem 1. Oktober setzt Efteling den SafeStrap als erster Freizeitpark selbst bei vier Attraktionen ein: den Kettenkarussells, dem Dive Coaster Baron 1898, den Freifalltürmen von Hooghmoed und ab Dezember auch bei der neuen Attraktion Ravenring.

Der SafeStrap ist durch die Zusammenarbeit von Efteling, der TU Delft, dem niederländischen Rehabilitations- und Orthopädietechnikzentrum De Hoogstraat, dem Patientenverband KorterMaarKrachtig, Edge Safety, der Prüfstelle TÜV NORD Nederland und Menschen mit eigener Erfahrung als Prothesenträger entstanden. Edge Safety ist für die Produktion und den Vertrieb des SafeStrap verantwortlich.

Bildquelle: Efteling Resort