Freizeitparks im Test

Ein kanadischer Freizeitpark steht schon seit langen in der Kritik von Tierschützern. Jetzt eskaliert die Situation, sodass sich sogar die kanadische Regierung mit einer Androhung seitens der Parkbetreiber konfrontiert sehen muss. 

Vom Zoo zu einem Freizeitpark
Im Jahre 1961 wurde, der heute als Niagara Marineland bekannte Freizeitpark, unter dem Namen „Niagara Game Farm“ als Zoo eröffnet. Erst mit der Einführung einer Orla Show im Jahre 1980 entwickelte sich der kleine Zoo zu einem Freizeitpark mit Achterbahnen und weiteren Attraktionen. In der Zwischenzeit war der Park Heimat für mehr als 4.000 Land- und Meerestiere. Doch im Laufe der Zeit veränderte sich das Bewusstsein der Menschen für das Wohl der Tiere, sodass die Parkbetreiber sich immer häufiger mit Kritikern auseinandersetzen mussten und auch Einnahmen durch Besucher immer öfter ausblieben. 

Kritik der Tierschutzbehörde
2021 wurde seitens der Tierschutzbehörde festgestellt, dass die Wasserqualität in den Becken nicht den Bestimmungen entsprach. 14 Wale und ein Delfin kamen in den Jahren zwischen 2019 und 2023 ums Leben. Immer öfter hagelte es Proteste von Tierschützern und auch immer weniger Besucher wollten den Park besuchen, sodass es nach massiven finanziellen Einbußen am 1. September 2024 zur Schließung des Marinelandes kam. 

Nach der Schließung 
Zunächst verblieben die Tiere weiterhin im Park, da es zu kompliziert war, geeignete Aquarien zu finden und die hohen behördlichen Auflagen zu erfüllen. Bei einer Umsiedlung in diesem Maße wären tierärztliche Checks und detaillierte Transportpläne nötig gewesen, damit die Tiere eine neue Heimat finden könnten. Zwar interessierten sich chinesische Parks, wie zum Beispiel das Chimelong Ozean Kinndom für die Tiere, doch ein Angebot des Parks lehnte die kanadische Regierung ab, da man davon ausging, dass die Tiere auch in China unter schlechter Haltung und für Unterhaltungszwecke eingesetzt werden könnten. Man entschied sich dann, die Tiere an Parks in den USA und Spanien, die besser geeignet schienen, den Schutz der Tiere aufrecht zu erhalten. 

Zwei Jahre vergingen, bis man die Planungen für den Umzug abgeschlossen hatte und die Transporte gemeinsam mit Tierpflegern, Institutionen, Spezialisten und Tierärzten durchgeführt hatten. In mehreren Etappen wurden die zahlreichen Tiere dann bis Juli 2026 in ihre neue Heimat umgesiedelt. 

Nach dem Umzug sagte ein Tierpfleger aus einem spanischen Aquarium:“  

„Die Tiere sind in einem recht guten Zustand angekommen, da eine so lange Reise jedoch ein gewisses Maß an Unruhe und Stress verursacht, schließlich liegen die Tiere nur halb unter Wasser und können sich nicht normal bewegen, werden diese die nächsten Tage und Stunden unter besonderer Beobachtung stehen.“

Todesfall bei Überführungen

So ganz ohne Komplikationen waren die Überführungen der sensiblen Meerestiere jedoch nicht ausgekommen. Wie nun bekannt wurde, erkrankte ein Belugawal offenbar während des Transports und verendete dann. Ob dieser Tod aus den anstrengenden Transport zurückzuführen ist, ist noch zu klären. 

Wie geht es mit dem Marineland weiter? 

Es sind noch nicht alle Tiere aus dem kanadischen Marineland in eine neue Heimat gekommen.  Es leben noch 30 Belugawale, vier Delfine und einige Robben und Seelöwen nach wie vor in diesem Freizeitpark. Für die Haltung verlangt der finanziell in die Krise geratene Park nun Hilfe der Regierung. Doch die Fischereiministerin Jeanne Thomson sieht die Forderung der finanziellen Hilfe als unangemessen an. Die Schuld sieht sie beim Betreiber des Parks, denn hier gewährt man keine Einblicke in die Finanzen. Dieser versucht nun, die Regierung Kanadas zu erpressen und droht damit, die restlichen Tiere einzuschläfern, wenn der Staat die millionenschwere Finanzspritze verweigern sollte. 

Die Lösung kam am Ende von amerikanischen Aquarien und Rettungsorganisationen, die die verbleidenden Tiere an verschiedene Aquarien aufgeteilt und mit einer beispiellosen Zusammenarbeit, die Tiere dadurch gerettet haben.

(KI Bild – Beispielbild)
Quellen: CBC + CN Coster Nachrichten