Eine sechsjährige wurde im August aus dem Wasserpark Rulantica beim Europa-Park gelockt und missbraucht. Der Mann, der es nach eigener Aussage aus dem Schwimmbad gelockt und sexuell missbraucht hat, ist nun vom Landgericht in Freiburg zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. «Eine sehr, sehr heftige Tat, die ich so als Richter noch nicht erlebt habe», sagte der sichtlich betroffene Kammervorsitzende in seiner Urteilsbegründung.
Europa-Park ändert Sicherheit
Der Europa-Park teilte bislang auf Anfrage mit, das man sich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren äußern wolle. Nach der Tat seien die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Unter anderem soll ein neues Armband in Rulantica Eintritt und Austritt ermöglichen, das Schließfach kann damit genutzt und es kann bargeldlos bezahlt werden.
«Optional lassen sich mehrere Armbänder im Familienverbund koppeln, so dass der Auslass für Minderjährige nur möglich ist, wenn zuvor ein Erwachsener aus derselben Buchung das Drehkreuz passiert hat», sagte ein Sprecher.
Videoaufzeichnungen aus dem Bereich des Rulantica-Ausgangs zeigen, dass der Angeklagte das Bad mit dem Kind völlig ungehindert verlassen konnte. Er hatte dem Mädchen sein Band umgelegt und behauptet, das eigene verloren zu haben. Eine Mitarbeiterin soll ihm nach Angaben von Anwalt Thorsten Schulte-Günne, der das Mädchen und seine Eltern vertritt, sogar bei Problemen mit dem Drehkreuz assistiert haben. «So wäre auch die neue Technik ausgehebelt worden», sagte er.